Dagblad Trouw

So viel Mühe, es richtig zu machen

von Arlette Dwarkasing − 22/03/03, 00:00

Mireille Liong-A-Kong konnte kein einziges niederländisches Buch über die Pflege von krausem Haar finden. Aber was macht man eigentlich mit einem Buch? Haarpflege heißt einfach: gutes Shampoo, Spülung, gelegentlicher Friseurbesuch und fertig?

Nicht, wenn Sie krauses Haar haben, versichert die 35-jährige It-Spezialistin. Krauses Haar ist der trockenste und brüchigste Haartyp, das weiß sie jetzt, denn über das Internet fand sie viel amerikanische Literatur – sogar wissenschaftliche Studien – über ihren Haartyp, in Amerika Afro-Haar genannt. Aufgrund des westlichen Einflusses begannen Frauen und später auch Männer, ihr krauses Haar mit chemischen Produkten zu behandeln. Um es klar zu bekommen (entspannen Sie sich). Oder zumindest für 'westliche' Frisuren geeignet machen.

Warum tun Frauen das, fragte sich Liong-A-Kong, und welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich dieses Durcheinander in meinen Haaren nicht mehr haben möchte? Alle Informationen, die die in Surinam geborene Liong-A-Kong nun zusammengetragen hat, hat sie nun in einem eigenen Heft unter dem Titel „Kroeshaar – Wissenswertes und mehr“ zusammengefasst.

Laut Liong-A-Kong müssen Sie beispielsweise wissen, dass es verschiedene Arten von krausem Haar gibt. Diese vielen kleinen Locken können eine "Zickzackform", eine "Wellenlinie mit Bergen und Tälern" haben oder wie "mehrere O" aussehen. Und all diese chemischen Produkte, die auch bei Schwarzhaarfriseuren in den Niederlanden weit verbreitet sind, ruinieren dein Haar. Das hat auch der Autor erlebt.

„Ich habe meine Haare seit Jahren entspannt. Das ist eine Art Automatismus. Wenn Sie ein Teenager werden, tun Sie es. Dann ist es vorbei mit Zöpfen, Brötchen und Zöpfen. Aber als ich mit neunzehn zum Studieren in die Niederlande kam, brachen mir regelmäßig die Haare ab. Dann habe ich angefangen, nach Alternativen zu suchen. Ist es nicht verrückt, dass man chemischen Mist verwenden muss, um gut auszusehen? Mein damaliger Freund beschuldigte mich, einen Komplex zu haben: Sie wollen glattes Haar, nach westlichen Maßstäben. Aber Entspannung hat nichts damit zu tun, weiß sein zu wollen. In unserer Kultur hat das alles mit dem Erwachsenwerden zu tun: Als Frau will man auch mit seinen Haaren etwas anderes."

Und es geht auch anders, zeigt Liong-A-Kong in ihrem Buch, ohne Schadstoffe. Nur Frauen, aber auch ihr Umfeld müssen eine Schwelle überwinden. Zurück zu „natürlichen Frisuren“, aber dann müssen wir auch das Image loswerden, dass viele Zöpfe, Twists, Cornrows, Bantu-Knoten oder Dreadlocks „anstößig“ oder „unrepräsentativ“ sind. Sie schreibt: „Während der Sklaverei wurden afrikanische Frisuren von der westlichen Welt als anstößig und protzig empfunden. (...) Daher galten Zöpfe lange Zeit als „unrepräsentativ“. Bis in die achtziger Jahre, weiß Liong-A-Kong, gab es in den USA Klagen darüber, ob man in bestimmten Positionen Zöpfe tragen sollte oder nicht. „Menschen in der Hotellerie zum Beispiel, die sich weigerten, sich chemische Stoffe in die Haare zu schmieren, um ihren Job zu behalten.“ Doch auch in den Niederlanden waren zuletzt die Dreadlocks einer Flugbegleiterin Grund für einen Konflikt mit ihrem Arbeitgeber. „Die Leute denken oft an Dreadlocks: ‚Wie schmutzig, sie wäscht oder kämmt ihre Haare nicht'. Es ist definitiv gewaschen, nur nicht gekämmt. Aber ein tägliches Durchkämmen ist keine natürliche Art der Haarpflege für krauses Haar. Zu häufiges Bürsten kann Haare brechen.“

Liong-A-Kong will die auferlegten Standards loswerden. „Wir mit krausen Haaren müssen Maßstäbe für unsere Frisur setzen, zeigen, was wir repräsentativ finden und was nicht.“ In Amerika sind Frauen darin schon etwas weiter. Dort entscheiden sich „nur“ XNUMX Prozent der Frauen mit krausem Haar dafür, sich zu entspannen, im Vergleich zu XNUMX Prozent in den Niederlanden. Ihr Heft voller Pflegetipps und Anregungen für „natürliche Frisuren“ soll das ändern.

Artikel aus Trouw