Städtische Natur

Wenn mir vor fünf Jahren jemand gesagt hätte, dass ich jetzt eine Firma habe, in der ich mit den Haaren anderer arbeiten würde, hätte ich diese Person sehr skeptisch betrachtet und für verrückt gehalten. Aber ehrlich gesagt hätte ich vor sechs Jahren nicht gedacht, dass ich mal wieder „natürlich“ durchs Leben gehe, wenn es um meine Haare geht. Seit August 2003 hat jedoch kein Relaxer, kein heißer Kamm (Presse) oder Texturierer mein Haar berührt. Seit 2,5 Jahren trage ich stolz einen ganzen Strauß Sisterlocks™.

Viele Frauen, die meinen ethnischen und kulturellen Hintergrund teilen, werden sich wahrscheinlich in folgendem wiedererkennen: Als kleines Mädchen sitzt du jeden Sonntagabend auf deinen Knien oder auf einem Hocker zwischen den Knien deiner Mutter, die dann wieder – manchmal harsch – diese dicke schwarze Haarpracht zaubert Ihnen einen vorzeigbaren Coup auf den Kopf. Einmal mit einer dicken Schicht Haarfett und einigen Schleifen zur Dekoration versehen, warst du für den Rest der Woche vorzeigbar. Nur um das ganze Ritual zu durchlaufen, die Zöpfe zu lösen, die Haare zu waschen und erneut zu flechten. Als (fast) Teenager warst du schon glücklich, als dein widerspenstiger Haarschopf endlich mit einem Topf Relaxer „in Ordnung gebracht“ wurde. 1 Jahr Sisterlocks Nachdem du mindestens eine halbe Stunde unter einer brennenden Kopfhaut gelitten und mindestens eine Stunde unter der sengenden Haube gelitten hast, bist du als Teenie-Diva mit glatten Haaren verwandelt worden. Auch dank der Lockenwickler, die man jeden Tag vor dem Schlafengehen einsetzen musste, hatte man schöne Locken. Mutter und Tochter sind beide überglücklich, dass sie vom wöchentlichen Wasch- und Authentifizierungsritual befreit wurden. Sie wussten nicht, dass sie jetzt die Tür zu möglichen Jahren des Elends geöffnet hatten. der Anfang -- 2 Jahre später Die Frustrationen... Als Stadtmädchen konntest du dich früher nicht mit einem krausen Kopf zeigen. Vor allem in den Großstädten war die Lockerung der Haare in der High School und später in der Berufswelt selbstverständlich. So blieb ich trotz all der Dramatik entspannt. Was sollte ich sonst mit diesem dichten Wald auf meinem Kopf machen? Neben dem Relaxer hatte ich Locken, Weben, Extensions und sogar die Schere im Haar. Ich werde nicht auf die unzähligen Produkte eingehen, die ich immer wieder gekauft habe, weil dies "DAS" Produkt war, das meine Haare wachsen lassen würde, oder dass ich nicht mehr unter unschönen Schuppen oder Haaren leiden würde, die weiter wachsen Haaransatz. Ehrlich gesagt liebte ich meine Haare nicht mehr. Es war zu einer Belastung geworden und ich litt regelmäßig unter 'A Bad Hairday'. Es war also diese jahrelange Frustration, die mich vor fünf Jahren dazu veranlasste, meinen Horizont zu erweitern und zu sehen, welche anderen Möglichkeiten es für mich und meine Haare gab. Leider richtete sich die Haarindustrie damals vor allem in den Niederlanden kaum an Frauen mit unbehandeltem krausem Haar, die „natürlich“ bleiben und dennoch repräsentativ aussehen wollten. Aber nach sehr langer Suche und vielen Fragen habe ich mich im Mai 2006 endlich von den Extensions, Weaves, Haarfett, Flocken, schwachem Haar usw. verabschiedet. Urban Natural Da habe ich eine Affäre mit meinen Haaren angefangen und mich für Sisterlocks™ entschieden. Trotz meines "Frizz-Gesichts" sehe ich als Stadtmädchen toll aus - ich bin ein Urban Natural geworden. Heutzutage genieße ich meine Haare und kann die Finger nicht davon lassen, auch weil sie so weich und kämmbar sind. Ich bereue es keinen Tag, mich für Sisterlocks™ entschieden zu haben. Ich bin stolz zu sehen, wie neugierig auch andere meine Haare bewundern. Immer öfter werde ich mit Fragen angesprochen, was ich mit meinen Haaren genau gemacht habe. Diese Freude an meinen eigenen Haaren und der "Beziehung" die ich jetzt dazu habe, konnte ich nicht umhin mit euch zu teilen - und die ihr auch mit euren Haaren haben könnt.