Verstümmelt durch Defriktion

Verstümmelt durch Defriktion

Verstümmelt durch Defriktion
Verstümmelt durch Defriktion

Aus dem Telegraaf: BALD AUS EINEM TOPF…
von MARTIJN KOOLHOVEN

Die Karriere des Models Isabella Broekhuizen ist zerstört. Als sie ihre Haarprothese abnimmt, wird die schreckliche Entstellung durch den Entfroster schmerzlich sichtbar.

MAASTRICHT, Dienstag

Was in Amerika eine glanzvolle Karriere hätte werden sollen, endete für das Maastrichter Model Isabella Broekhuizen (37) unerwartet in einem persönlichen Drama. Keine gut bezahlte Modelarbeit für Hochglanzmagazine oder im Fernsehen in Amerika, sondern eine Qual durch Krankenhäuser und Kliniken in den Niederlanden und Belgien und ein juristisches Turnier mit dem Kosmetikriesen L'Oreal.

Die Nichte von Ex-Präsidentin Liberia Peeters von den Niederländischen Antillen hatte sich ihre Zukunft als Model in Amerika so anders vorgestellt. Als Isabella auf einer Party in Chicago die regelmäßige Visagistin von TV-Diva Oprah Winfrey trifft, ist diese sofort von dem holländischen Nachwuchstalent begeistert. Sie muss nur ihr Aussehen auffrischen, lautet der Rat.
Wenig später kaufen die dunklen Niederländer das Mittel 'Optimum Hair Relaxer' von L'Oreal, ebenfalls in den Niederlanden ein bewährtes Mittel für Schwarze, um krauses Haar in glattes Haar zu verwandeln. Die Gläser werden auch in den Niederlanden verkauft. Was Isabella anbelangt, wie bei Zigarettenpackungen, so stellen sie es besser so ein, dass es "der Gesundheit ernsthaft schaden kann". Denn nachdem sich das Model die Creme durch die Haare gekämmt, eine halbe Stunde nach Gebrauchsanweisung einwirken lassen und anschließend gut ausgespült hat, fühlt sich die Kopfhaut supersensibel an, fast brennend. "Ich habe mir eine Brandsalbe geholt und sie mir auf den Kopf geschmiert, um sie aufzuweichen", sagt der Limburger, der mittlerweile Ex-Model durch die ganze Affäre zieht. „Mein Agent Hugh Whittham sagte: ‚Sie müssen eine Beschwerde einreichen. Aber ja, ich bin vielleicht zu nüchtern, dachte ich: Es wird gut…“

"Du musst weiter lächeln, oder?"

Damit es nicht klappt, bricht sie ihre Karriere ab, um sich in den Niederlanden und Belgien ordentlich untersuchen zu lassen. Tatsächlich ziehen die Internisten, Dermatologen und Infektiologen alle die gleiche Schlussfolgerung, die frei übersetzt auf „chemische Verbrennung“ hinausläuft. Tatsächlich kommt der internistische Infektiologe Dr. JG den Hollander vom Rijnmond Medical Center am deutlichsten zu dem Schluss: "Schwere Alopezie (Kahlheit) mit Depigmentierung der behaarten Kopfhaut nach der Anwendung von Optimum als Haarglätter von L'Oreal."

Finale
Isabella, die ihre Karriere als Model vergessen kann, hat inzwischen 75 Prozent ihres Haarwuchses verloren. „Schau, meine Kopfhaut ist an diesen Stellen so dünn wie die Folie dieser Zigarettenschachtel“, vergleicht sie ihre Kopfhaut mit der Packung der Marlboro-Packung in ihrer Hand. „Ich kann nicht einmal eine Perücke tragen, weil das Entzündungen verursachen würde. Ich trage jetzt eine Haarprothese, die speziell für mich im Krankenhaus angefertigt wurde. Die ganze Affäre hat mich innerlich zerrissen. Es hat lange gedauert, bis ich den Mut hatte, etwas zu tun. Nun, du solltest weitermachen und weiter lächeln, oder? Ich konnte weitermachen, aber es tut weh, bis ich sterbe…“
Im Hotelzimmer, in dem wir mit Isabella sprechen, wird das Ausmaß der Verletzungen erst richtig deutlich. Als Isabella ihre Haarprothese entfernt, wird die stark vernarbte Glatze sichtbar. Neben schwarzen Kopfhautflecken auch rote und weiße Flecken. Ein Albtraum für jede Frau und eine echte Hölle für ein Model…

Kosmetikriese L'Oreal hat die äußerst schmerzhafte Affäre im Magen. Zunächst wurde versucht, Isabellas Haarausfall der „Systemkrankheit“ Lupus zuzuschreiben, die ihre Glatze verursacht haben soll. Aber alle niederländischen und belgischen Spezialisten, die sich mit der Angelegenheit befasst haben, haben diese Option abgelehnt.

Trauergeld
Obwohl sie jede Haftung auf dem Papier ablehnt, machte L'Oreals Anwalt Isabellas Anwälten mündliche Vorschläge, den Fall beizulegen. Ihr niederländischer Anwalt Barry Scheffer von ClaimeCareLetsel in Alphen a/d Rijn – einer auf Personenschäden spezialisierten Anwaltskanzlei – erwartet von seinem Mandanten eine Entschädigung von bis zu 1 Mio. E, aufgebaut durch medizinische Kosten (die Haarprothesen ), Schäden und Einnahmeausfälle. Scheffer: "Es scheint, dass die Leute es einfach zu einer Konfrontation kommen lassen, einer traurigen Angelegenheit."
Herr. Ignace Vernimme, Anwalt von L'Oreal, weigert sich, inhaltliche Fragen zu beantworten und will nur sagen, dass sein Mandant einen Zusammenhang zwischen der Verwendung des Produkts von L'Oreal und den Problemen des (ehemaligen) Models bestreitet. Es scheint, dass die juristische Haarspalterei in diesem Fall noch eine Weile andauern wird.

FOTOS: JOHN CLAESSENS

Danke an Marcia, die mir diesen Artikel geschickt hat.

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