Afro-Vibes

Schwarzes Theater ist nicht tot!

Diese Woche ist das MC Theatre noch für das Afrovibes-Festival geöffnet, danach schließt es seine Türen. Das war die Schlagzeile im Volkskrant am vergangenen Freitag: „Todesschlag für das schwarze Theater.“ Die Amsterdamer Kollektiv der Urban Performing Arts Organisation RIGHTABOUTNOWINC nahm diesen Artikel übel und schrieb die folgende Antwort.

Afro-Gemüse

Todesstoß. Wenn es einen „Todesschlag für das Schwarze Theater“ gab, geschah das vor 2 Jahren mit der Einführung eines neuen Kunstplans, in dem Vielfalt aus der Förderpolitik verschwand. Es wäre veraltet und unnötig. In Großstädten wie Amsterdam und Rotterdam hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht-westliche Wurzeln. In den geförderten darstellenden Künsten ist davon so gut wie nichts zu sehen – weder im Volk, noch in den Fächern, nicht im Repertoire. Es heißt nicht nur 'sie nehmen nicht teil', sondern auch 'wir werden nicht darüber reden'.

Mit dem Relaunch des Produktionshauses als Bühne wurde versucht, Amsterdam zu einem Ort zu machen, an dem Vielfalt selbstverständlich ist, wo die Quellen nicht nur westeuropäisch sind, wo sich neue Stimmen entwickeln und präsentieren können. Wir wussten, dass es damals in der Kulturpolitik keinen Raum und keine Unterstützung dafür gab. Wir wollten dem Abbau dessen, wofür so viele Menschen so hart gearbeitet hatten, nicht passiv zusehen. Aus diesem Grund wurde Unternehmertum gewählt und MC 2012 als Bühne für das Ausstiegsprogramm der Gemeinde Amsterdam gewählt. Der Stage MC war nicht nur für das Theater da, er war für die Musik da, er war für die Clubkultur da, er war für den Tanz da, er war für den Film da. Das war und ist unsere Vision. Die Produktion, die das Theater machte, veräußerte MC im Jahr 2013. Dafür war in der neuen Form kein Geld. Die neue unabhängige Stiftung RIGHTABOUTNOW INC. hat diese Fackel übernommen und begonnen, nationale und internationale Theaterprojekte zu entwickeln und zu veröffentlichen. „Todesstoß“ betrifft also den Bühnen-MC auf dem Westergas-Gelände, nicht den Theaterproduzenten und schon gar nicht das „Schwarze Theater“. Die Serie The Revivalists von RIGHTABOUTNOW INC. In Zusammenarbeit mit Afrovibes wird heute Abend Premiere feiern, gestern feierte Oogst von Alida Dors' Backbone Premiere, diese Woche eröffnete Raymi Sambos VIG mit Aan Niets Overleden, nächste Woche geht Ella van Jörgen Tjon a Fongs Urban Myth auf Tour. Alles Theater von schwarzen Machern, also spring lebendig.

Dass sich Annette Embrechts von de Volkskrant für eine solche Schlagzeile entscheidet, ist sehr aufschlussreich. Dass es ein Foto von Maarten van Hinte gibt mit der Überschrift 'Schauspieler und Schriftsteller' auch: Maarten van Hinte ist Regisseur, hat seit 15 Jahren nicht mehr gespielt und ist zwar Mitbegründer von MC, aber seit 2013 nicht mehr angestellt. von der Bühne. Und so war der Artikel voller Fehler, Annahmen, anonymer Aussagen und falscher Zitate. Wenn Annette Embrechts gerade ihre Hausaufgaben gemacht hätte, hätte sie das gewusst. Wenn sie in den letzten 6 Jahren auch nur einmal bei einer der Eigenproduktionen des MC gewesen wäre, hätte sie es gewusst. Aber nein. Als Katastrophentouristin kommt sie, um die letzte Vorstellung im MC Theatre zu schnuppern, um über den Todesstoß für das schwarze Theater zu schreiben.

Wenn es einen Todesstoß gibt, dann: konsequentes Trennen, Verharmlosen und Ignorieren von Machern und Arbeiten, weil sie schwarz oder multikulturell wären. In dem Artikel wird suggeriert, dass MC ein Produkt der Kulturpolitik von Rick van der Ploeg ist: das ist es nicht. MC stammt aus einer reichen Geschichte von Theatermachern, Musikern, Künstlern und Kreativen, von denen die meisten nicht in Geschichtsbüchern oder Übersichten über das niederländische Theater erscheinen. MC ist das Produkt von 40 Jahren Pionierarbeit, die einst mit Leuten wie Rufus Collins, Felix de Rooy, Henk Tjon, Norman Van Geerke de Palm begann, ich kann immer wieder Namen nennen. Deshalb haben wir dafür gekämpft, die Bühne offen zu halten, eine Bühne, die einen ganz anderen Inhalt hat als andere Theaterbühnen der Stadt, mit Theater und Musik und Straßenkultur. Aus unseren eigenen Quellen und unserem eigenen metropolitanen Bezugsrahmen.

Und jetzt erklärt Annette Embrechts „das Schwarze Theater“ für tot. Wie kommt sie dorthin. Es geht um niederländisches Theater, das aus und über die niederländische Realität gemacht wird, eine Realität, die schon lange nicht mehr „weiß“ ist. Früher oder später müssen wir uns alle vom „weißen Theater“ verabschieden. Neugierig, wer den "Todesstoß" austeilen wird.

Die MC-Bühne war eine Brutstätte für die Kultur und Stimmen der großstädtischen Niederlande, schwarz auf weiß, nicht nur in Theater und Tanz, sondern auch in der Musik- und Clubkultur. Ein Ort mit langer Tradition und einer anderen Perspektive, an dem alle Quellen, auch schwarze Quellen, ernst genommen wurden. Mit der Insolvenz des Unternehmens in dieser Phase ist die Notwendigkeit einer solchen Baumschule nicht verschwunden. Andererseits. Die schlampige Geschichte von Annette Embrechts unterstreicht dies leider nur. Aber das vielleicht klarste Plädoyer ist einfach eine Liste von Namen, die in den letzten Jahren bei MC eine Bühne gefunden haben und sich zur Vorhut der neuen Niederlande entwickeln können. In der Zwischenzeit machen wir weiter. Rufus Collins sagte es damals: "Letztendlich geht es um die Arbeit, nichts als die Arbeit".

Maarten van Hinte & Marjorie Boston

RECHT ÜBERNOWINC. und Mitbegründer des Produktionshauses MC

Für Tickets und Informationen: http://afrovibes.nl/2014/en/festival/agenda

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